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DKG-Forum "Die Krankenhausreform
2009"
Gleicher Preis für gleiche Leistungen
- Kein Vergütungs-Dumping im Krankenhausbereich
Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft
(DKG), Dr. Rudolf Kösters, hat die Politik aufgefordert, Pläne
zu einem Rabattwettbewerb im Krankenhausbereich nicht weiter zu
verfolgen. "Ein zwangsläufiges Vergütungs-Dumping - wie bei
den Arzneimittelrabattverträgen - würde den Kernbereich der Gesundheitsversorgung
folgenschwer aushöhlen. Daran kann und darf niemand ein Interesse
haben", machte Kösters heute im Rahmen des DKG-Forums "Die
Krankenhausreform 2009" in Berlin vor rund 250 Teilnehmern
deutlich.
Gleichzeitig betonte der DKG-Präsident, das
von den Bundesländern beschlossene Konzept für die Weiterentwicklung
der Krankenhaus-finanzierung sei ein deutlicher Schritt in die richtige
Richtung. Kösters: „Die Überführung des Vergütungssystems
in feste Preise ist unabdingbar. Nur gleiche Preise für gleiche
Leistungen und damit für alle klare und transparente Vergütungsregelungen
stellen die Kranken-hausversorgung auch in der Fläche nachhaltig
sicher. Ob vom landesweiten Basispreis auf bundeseinheitliche Preise
übergegangen werden soll, muss anschließend nach Auswertung des
Konvergenz-prozesses entschieden werden.“ Zu begrüßen sei
zudem die Bereitschaft der Bundesländer, die Krankenhausplanung
auf eine Rahmenplanung zurückzuführen, welche sich auf die Planung
von Standorten, medizinischen Fachgebieten und Notfallversorgung
beschränke. Eine Detailplanung widerspräche der bereits heute bestehenden
intensiven wettbewerblichen Ausrichtung der Kliniken.
Kösters warnte die Politik indes davor, die finanzielle Notlage
der Krankenhäuser weiter zu ignorieren: „ Nach den drastischen
Einschnitten durch die Gesundheitsreform wird das Jahr 2008 zum
Katastrophenjahr. Explodierende Energie- und Sachkosten, die aktuell
drohenden massiven Tarifsteigerungen sowie die Sanierungsabgabe
reißen in den Krankenhausbereich eine neue milliardenschwere Lücke
der Unterfinanzierung. Es wäre naiv, zu glauben, die fehlenden Mittel
hätten keine Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Im Gegenteil
– die Patienten spüren den Mangel an Zuwendung längst am Krankenbett.
Der bloße Hinweis der Politik auf Wirtschaftlichkeitsreserven in
den Kliniken grenzt an Sarkasmus. Nach Jahren der Rationalisierung
mit einem Stellenabbau von 90.000 Mitarbeitern in zehn Jahren und
maximaler Arbeitsverdichtung sind weitere Reserven nicht mehr zu
heben“.
Der DKG-Präsident forderte die Politik auf, mit Abschluss der Konvergenzphase
ab 2009 auch die Grundlohndeckelung der Krankenhausausgaben abzuschaffen.
Zwischen dem medizinischen Versorgungsbedarf und der Lohn- und Gehaltsentwicklung
in der Volkswirtschaft gebe es keinen schlüssigen Zusammenhang.
Kösters: „Die Grundlohndeckelung steht einer adäquaten Gesundheitsversorgung
entgegen – sie verhindert Innovationen und Wachstum im Gesundheitswesen.
Krankheitsrisiken, medizinischer Fortschritt und Lohnlasten müssen
voll finanziert werden“.
Kösters kündigte an, die DKG habe zur Versachlichung der Debatte
um die Finanzmisere der Krankenhäuser das Rheinisch-Westfälische
Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) sowie die internationale
Wirtschafts-prüfungsgesellschaft BDO Deutsche Warentreuhand AG mit
einem Gutachten zur aktuellen Lage der Krankenhäuser beauftragt,
welches in Kürze vorgestellt werde.
Kritisch äußerte sich der DKG-Präsident zur geplanten Einführung
des Gesundheitsfonds: „Der Fonds ist eine grundlegende Fehlkonstruktion,
die ein Monster an Umverteilungsbürokratie erzeugt. Es ist zudem
schon jetzt absehbar, dass Kassen mit hohem regionalen Versorgungsbedarf
in die Bredouille geraten, während andere Kassen den unerwarteten
Geldsegen für Marketingmaßnahmen ausgeben werden. Hier entzieht
der Fonds Geld, das für die medizinische Versorgung gebraucht wird.
Die Auswirkungen des Fonds sind derzeit überhaupt nicht abschätzbar.
Die Verschiebung darf kein Tabuthema sein“.
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